Greetje Kauffeld und Band – 04.11.2018, 16:00 Uhr

„Ich wußte schon als kleines Mädchen, daß ich Sängerin werden wollte“, sagt Greetje Kauffeld. Und seit ihrem sechsten Lebensjahr hat sie entsprechend gehandelt.
Als sie ihr 40jähriges Berufsjubiläum feiern durfte, ist sie zum Ritter im Orden des Niederländischen Löwen ernannt und mit dem angesehenen Bird Award des North Sea Jazz Festivals praktisch als Jazzsängerin geadelt worden.
Die Musik war in Greetjes frühesten Jahren ihr treuester Begleiter. Ganze Tage lang hörte sie Radio oder spielte Platten von Doris Day und Frank Sinatra.
„So habe ich singen gelernt, indem ich mit denen mitgesungen habe“, sagt sie. Sinatra und Day waren gute Lehrer. Von der blonden Amerikanerin übernahm Greetje die Fähigkeit, ganz nah am Zuhörer dran zu sein, ihn zu berühren beziehungsweise ihn zu rühren. Von The Voice hat sie das Phrasieren gelernt.
Greetjes Auftritte hatte Werner Müller von der RIAS Big Band beeindruckt. Er holte die junge Niederländerin nach Berlin.
Das war  der Beginn ihrer deutschen Erfolgsgeschichte, der sie mit Kollegen wie Toots Thielemans, Caterina Valente, Kurt Edelhagen, Svend Asmussen, Erwin Lehn, Horst Jankowski, Udo Jürgens und natürlich ihrem Duettpartner Paul Kuhn („Jeden Tag, da lieb ich dich ein kleines bißchen mehr“)  zusammengebracht hat.
1968 wollte Greetje ihren Horizont erweitern und wagte den Schritt über den Großen Teich. Sie hat in Los Angeles und Las Vegas gearbeitet und ist zusammen mit unter anderen Ray Brown, Herb Ellis und Oscar Castro-Neves coast to Coast in der „Joey Bishop Show“ zu sehen gewesen.
Wieder in ihrer niederländischen Heimat hat Greetje 1970 den Produzenten Joop de Roo geheiratet, der sie dazu brachte, auf ein Jazz Repertoire umzusteigen. Er führte sie zusammen mit Größen wie Stan Getz, Phil Woods, Thad Jones und Niels Henning Ørsted Pedersen, die allesamt an ihrem Album „Some other Spring“ von 1981 mitgewirkt haben.
Mit grandiosem Timing und einer vollendeten Phrasierung schafft die große Jazzlady aus den Niederlanden immer wieder eine intime Verbindung zum Publikum und eine Atmosphäre, in der starke Emotionen, bewegende Melancholie und relativierende Heiterkeit einander abwechseln. Ihr musikalisches Gegenüber, das Trio, präsentiert sich mitunter lyrisch, dann wieder expressiv oder auch überaus cool. Ihre Interpretationen klingen mal flüsterleise, oder warm und voluminös.
Ein Konzert voller Charme, Leichtigkeit und Spielfreude erwartet uns am Sonntag.

Besetzung:
Greetje Kauffeld , voc
Thomas Rückert, p
Martin Gjakonovski, b
Peter Baumgärtner, dr

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